![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
||
Predigt Herz-Jesu-Wallfahrt in Hall![]() ![]()
Predigt 24.08.2023, Hall im Tirol
Anton Štrukelj, 24. Herz-Jesu-Wallfahrt, Hall in Tirol, 24. Aug. 2024 Hos 11,1.3-4.8a.c.-9; Eph 3,8-12.14-19; Joh 19,31-37 Liebe Pilger, diese schöne Herz-Jesu-Basilika, in der wir versammelt sind, ist wirklich ein Haus des Gebets, ein Ort der ständigen Anbetung des Allerheiligsten und der Herz-Jesu-Verehrung. Die Ordensfrauen, die „Töchter des Herzens Jesu“, beten hier unaufhörlich und stellvertretend den Heiland an. Die erhabene Darstellung Jesu Christi mit ausgestreckten Händen lässt uns seine Einladung vernehmen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11,28-30). Es gibt zwei Hauptformen der Herz-Jesu-Verehrung: die Weihe an das allerheilste Herz des Erlösers und die Genugtuung. Christus selber „weiht sich“ d. h. „opfert sich“ dem Vater, damit auch wir in der Wahrheit geheiligt werden. Christus hat uns durch sein Blut am Kreuz reingewaschen und geheiligt. Aber auch wir müssen die Sühne tun und die Genugtuung leisten für die eignen Sünden und für die Verfehlungen der Mitmenschen. Wie oft wird Herr Gott verhöhnt und beleidigt! „Gotteslästerung widerspricht der Ehrfurcht, die man Gott und seinen heiligen Namen schuldet. Gotteslästerung ist in sich eine schwere Sünde“ (KKK 2148). Ein gläubiger Mensch muss sich fragen: „Wie gehe ich mit dem heiligen Namen Gottes um? Stehe ich in Ehrfurcht vor dem Geheimnis des brennenden Dornbuschs, vor den unbegreiflichen Weise seiner Nähe bis zur Gegenwart in der Eucharistie, in der er sich wirklich ganz in unsere Hände gibt? Sorge ich mich darum, dass das heilige Mitsein Gottes mit uns nicht ihn herabzieht in den Schmutz, sondern uns hinaufzieht in seine Reinheit und Heiligkeit?“ (Kardinal Joseph Ratzinger). Die erste Lesung schildert uns die Liebe Gottes zu seinem »Sohn« Israel. Gott will uns mit den Ketten der Liebe zu sich ziehen und an sich binden. Es ist die Liebe, die sich in jeder Art von Zärtlichkeit äußert. Wie die Eltern das kleine Kind an ihre Wangen heben, es auf die Arme nehmen, ihm zu essen geben, wie sie später dem Kind die ersten Schritte beibringen, so hat Gott sich mit seinem erwählten Sohn abgegeben. Aber wie oft Eltern dafür keine Dankbarkeit ernten, so wird auch Gott von seinem Kind nur Undank erfahren. Er hat dieses „mit menschlichen Fesseln an sich gezogen, mit Ketten der Liebe“, aber gerade diese Fesseln und Ketten reizen den Sohn, sich loszuwinden und selbstständig zu machen: nicht von menschlichen Eltern, sondern von Gott, von der Liebe überhaupt. Und nun: was wird Gott dabei erfahren? Er, der das Kind in „Ketten der Liebe“ schlagen wollte, findet sich selbst von Ketten gefesselt, weil er nicht nur Liebe hat, sondern die Liebe ist. Wie oft hat Israel den Bund gebrochen! Gott leidet unter den falschen Liebschaften Israels. Und dann kommt die Wende: »Mein Herz kehrt sich um in mir, mein Erbarmen flammt; ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken, Ephraim nicht mehr verlassen. Denn Gott bin ich und nicht ein Mensch, inmitten deiner der Heilige« (11,8–9). Was hier aufflammt als Liebe jenseits des Zorns und sich auf die Göttlichkeit Gottes, auf seine Absolutheit bezieht: das ist die Herrlichkeit Gottes in einer neuen, unfasslichen Tiefe offenbart. Ein Unternehmen Gottes ist hier begonnen, das vor Golgotha nicht mehr zur Ruhe kommen wird! Die Durchbohrung der Seite Jesu ist der letzte Beweis für die unendliche Liebe Gottes. Das geöffnete Herz Jesu ist das Letzte, was Gott von sich hergeben kann. Die Wunde bleibt ewig offen, noch am Ende der Welt werden „sie auf den blicken, den sie durchbohrt haben.“ Liebe Brüder und Schwestern, auch wir wollen auf den Durchborten schauen und aus den Quellen des Heils freudig das lebensspendende Wasser schöpfen. Auf unserem Pilgerweg des Glaubens unterstützten uns viele vorbildliche Christen, die Heiligen. – Heute möchte ich Ihnen die Dienerin Gottes Magdalena Gornik, eine slowenische Mystikerin (1835–1896) kurz vorstellen. Sie lebte im 19. Jahrhundert. Sie selber hat vorausgesagt, sie werde nach sechs Generationen wiederkommen und Wunder wirken. Vor zwei Jahren wurde der diözesane Seligsprechungsprozess offiziell eröffnet. Magdalena Gornik erblickte das Licht der Welt in Slowenien am 19. Juli 1835. Sie starb am 23. Februar 1896. In ihrem Leben sind viele mystischen Phänomene urkundlich nachgewiesen: die Ekstasen, die Visionen, die Stigmata, der Schwebezustand und andere Charismen. Sie empfing die mystische Kommunion und lebte 47 Jahre ohne jegliche irdische Speise. - Zuerst ein Wort zu den mystischen Phänomenen und dann zu ihrer Botschaft für uns. Die Ekstase, die Verzückung war das häufigste mystische Phänomen im Leben der Dulderin. - Die Visionen. Magdalena hatte die Visionen bis zum Tod. Sie schaute und redete mit Mutter Gottes, mit dem Heiland, mit den Engeln und einigen Heiligen. Die häufigste Schauung in ihrem Leben war die Passion Jesu. Einen Teil seines Leidens durfte auch sie miterleben, miterfahren. Ihre Visionen verband sie mit lauten Ermahnungen der Anwesenden zu Bekehrung und Buße. Ihre Prophezeiungen erfüllten sich buchstäblich. Die Stigmen. Das Außergewöhnliche, das Magdalena zur Erfüllung ihrer Mission zu ertragen hatte, waren die Stigmen, „die Wunden“. Sie erhielt die Wundmale als Dreizehnjährige und trug sie teils bis zum Ende ihres Lebens. Das waren sehr schmerzende und blutende Wunden an Händen, Füßen, an der Seite, am Kopf (Wunden der Dornenkrone), an der Schulter (vom Tragen des Kreuzes), am Körper (Geißelung). In der Karwoche öffneten sich alle Stigmen auf ihrem Leib. Liebe Brüder und Schwestern! Was will uns der Himmel durch die Stimme dieser einfachen, begnadeten Frau sagen? Ihre Botschaft erinnert uns an die ernsten Wahrheiten des Evangeliums, denn das Christentum ist kein versüßtes Wasser. Die grundlegende Antwort darauf zielt auf die ständige Umkehr, die Buße, das Gebet und die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Die mystischen Phänomene als solche sind nicht wichtig, sondern die Vermittlung der Botschaft. Aus der reichen Fülle der mystischen Gaben, die Magdalena geschenkt wurden, um uns im Glauben zu festigen und zu Gott zu führen, kann man folgende vier Aspekte hervorheben: Erstens „Maria als Mittlerin aller Gnaden.“ Die Muttergottes war stets im Leben Magdalenas präsent. Sie machte schon bei der ersten Erscheinung das elfjährige Mädchen mit dem leidenden Christus bekannt und lud sie ein, mit ihm die Leiden auf sich zu nehmen, als Sühne für die Sünden, mit denen die Menschen Gott beleidigen. Als zweiter Aspekt steht die Eucharistie, die für Magdalena die „Sonne ihres Lebens“ war. Magdalena verehrte Jesus gerne im Allerheiligsten Sakrament und teilte als seine Braut mit ihm auch sein Leiden. Als dritten Punkt nennt man das stellvertretende Leiden, das bei Magdalena Gornik zutiefst mit der marianischen Frömmigkeit und der eucharistischen Verehrung verbunden war. Zuletzt kommt der Aufruf zur Umkehr, der ein wichtiger Aspekt des Evangeliums ist. Denn die wesentliche Botschaft, die Gott durch Magdalena Gornik den Menschen geben wollte, besteht in der Sorge um das ewige Heil. Magdalena ermutigte die Leute zu einer verantwortlichen Lebensführung. Sie sprach vom Himmel, aber ebenso von der Hölle, von Tod, Fegefeuer und Gericht. Magdalena betonte oft: »Für den Himmel muss man leiden«. In diesem Sinne sagte Papst Benedikt XVI. »Die sogenannten letzten Dinge sind ein hartes Brot für die Menschen von heute. Sie erscheinen ihnen irreal. Sie möchten stattdessen konkrete Antworten für jetzt, für die Drangsale des Alltags. Aber diese Antworten bleiben halb, wenn sie nicht auch verspüren und erkennen lassen, dass sie über dieses materielle Leben hinausreichen, dass es das Gericht gibt, und dass es die Gnade gibt und die Ewigkeit... Wenn die Kirche nicht das ewige Leben verkündet, ist sie nur ein Klumpen Erde, sie ist unnütz.« Liebe Pilger! Möge die frische und starke Botschaft Magdalenas wie ein Abbild der himmlischen Schönheit sein. Möge der Herr, der sanftmütig und von Herzen demütig ist, sein heiliges Antlitz auch in unsere Seele einprägen. Amen. |
||
Wallfahrtskomitee Hall in Tirol
P. MMag. Josef Haspel OSB 2041 Maria Roggendorf 27 Tel. 02953 / 2589-36 Mobil: 0664 / 610 12 13 |